Letzte Woche habe ich Nürnberger Rostbratwurst mit Kartoffelpürree und Sauerkraut gegessen. Ich war von Anfang an nicht begeistert, aber die Auswahl war an dem Tag echt mies (zumindest für meinen Geschmack). Da es mir also nicht doll schmeckte und ich auch vor lauter Anstrengung durch das Praktikum nicht genug Kraft zum Essen hatte, habe ich zweieinhalb (von drei) Würstchen und Sauerkraut liegengelassen. Letzteres war viel zu sauer und die Wurst war zu grob.
Obwohl ich mein Mittagessen nicht vollständig zu mir genommen hatte, habe ich den Rest nicht verschwendet. Er wurde für gute Zwecke gespendet. Denn als ich gerade meine Hände vor dem Kopf zusammenfaltete, sprach mich das Mensamonster an (Das ist ein Obdachloser, der sich in der Mensa Essensreste zusammensammelt.). Hätte ich ihn gesehen, wäre ich wohl schreiend weggelaufen, aber so habe ich mich gewundert, wer mich da so höflich anspricht: „Entschuldigen Sie, möchten Sie das noch essen? Darf ich den Rest haben?“. Der Kerl hatte voll die sanfte Stimme, das hätte ich nie gedacht.
Zum Glück hat er sich zum Essen weggesetzt, denn seine sonstige Erscheinung ist eben „Monster-like“.


26. Februar 2007 um 18:03 |
Ja, nett ist er soweit. Aber die Tischmanieren und der Geruch sind nicht so das Wahre… Aber immerhin weiß ich dank ihm nun, dass ein Mensch ein Brathänchen mit Knochen essen kann, ohne an den Splittern zu sterben! Danke, Mensamonster…
Hey, war Birthe dabei? Sie ist doch sein größter Fan!
26. Februar 2007 um 18:15 |
Hat er das Ding echt mit Knochen gegessen? WOW!
Birthe war dabei. Sie hat sich gefreut.
Hat sich aber auch gewundert, dass er so nett ist.
26. Februar 2007 um 18:20 |
Ja, hat er! Vielleicht mag er’s ja knusprig…
Und Mädels, ihr seid viel zu sehr von Vorurteilen gelenkt! Nur weil jemand stinkt und mit feuchten Flecken im Schritt und Blumenkohlsuppe im Bart durch die Gegend läuft, kann er doch trotzdem ein guter Mensch sein… 
Schön, dass Birthe das jetzt auch so sieht!
27. Februar 2007 um 19:02 |
Also ich finde das irgendwie gut, dass Deine Bratwürste noch eine gute Verwendung gefunden haben. Und für das Mensamonster wäre es vielleicht eine Möglichkeit in einem Callcenter zu arbeiten?
27. Februar 2007 um 23:46 |
Find ich ja auch gut.
Das mit dem Call-Center ist wirkliche eine sehr gute Idee. Das sollte ihm mal jemand vorschlagen. Aber dafür muss man sich erst an ihn rantrauen.
Lustige Vorstellung, dass der Typ in nem Call-Center sitzt…
2. März 2007 um 16:28 |
So eine Type gibts hier bei uns in den Kieler Mensen auch, aber der hat sich direkt vom Schmutzigesgeschirrrückgabefließband ernährt, als ich ihn das letzte Mal sah.
2. März 2007 um 17:25 |
Deswegen fahren die Dinger so langsam…
2. März 2007 um 21:24 |
Die Braunschweiger Mensamonster sind dann ja offensichtlich kultivierter und charmanter als ihre Kollegen in meiner alten Heimat Schleswig-Holstein…
Haha, unser Mensamonster ist besser!
15. September 2009 um 22:56 |
Moin Doro, unbekannterweise.
Zufällig stieß ich eben bei einer kleinen prokrastinierenden Recherche (die Wohnung ist geputzt, der Abwasch gemacht und irgendwas muss man ja tun anstatt zu lernen) auf deinen Eintrag hier. Schau dir doch mal das zweite Bild auf http://de.wikipedia.org/wiki/Averroes an, und dann sag mir dann, dass es keine Wiedergeburt gibt! „Entschuldigung, philosophieren Sie das noch?“
Grüße! melvin